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Santorin Sehenswürdigkeiten Alt Thera

Alt-Thera

Lage und Anfahrt:

Die Ausgrabungen der antiken Stadt Thera liegen auf einem langgestreckten Bergrücken, der weit in die Ägäis hinausragt, zwischen den Badeorten Kamari und Perissa. Von Perissa und Kamari kommt man in jeweils etwa 60 Minuten zu Fuß hinauf, von Kamari aus kann man auch mit dem Minibus oder per Maultierritt zum Eingang gelangen. Ein dritter Weg führt vom Kloster Profitis Ilias auf dem höchsten Inselberg von Santorin über weitgehend nackten Fels hinunter zum Bergrücken mit den Ausgrabungen.

Geschichte:

Der deutsche Baron Hiller von Gärtringen grub zwischen 1866 und 1902 auf eigene Kosten unter einer bis zu 6 m dicken Erd- und Ascheschicht auf dem Berg Mesavouno die Überreste der antiken Stadt Thera aus. Sie wurde um 1000 v.Chr. von dorischen Siedlern begründet, die vom griechischen Festland herüber kamen. Um 630 v.Chr. gründeten Siedler aus Thera die nordafrikanische Kolonie Kyrene. Die meisten in Thera zu sehenden Gebäudereste stammen jedoch aus hellenistischer Zeit (ca. 322-169 v.Chr.), als die in Ägypten ansässigen Herrscher aus der Dynastie der Ptolemäer die Ägäischen Inseln kontrollierten. Santorin eignete sich für sie als Flottenstützpunkt ganz besonders. Als Hafen diente ihnen wie vorher schon den Dorern der Winkel zwischen dem Strand von Kamari und dem steilen Felsabsturz des Mesavouno, der auf drei Seiten steil zum Meer hin abfällt und daher die Stadt schwer einnehmbar machte. In römischer Zeit verlor die Stadt an Bedeutung, unter den Byzantinern wurde sie wohl um 650 ganz aufgegeben.

Besichtigung:

Die Besichtigung beginnt bei der kleinen Kapelle Agios Stefanos, an der noch Relikte einer frühchristlichen Basilika zu erkennen sind. Der Weg führt zu einer kleinen Felsplattform, dem Temenos des Artemidoros. Dieser ptolemäische Admiral ließ das Heiligtum anlegen. In Wandreliefs sind der Adler als Symbol für Zeus, der Löwe als Symbol für den Gott Apoll, der Delphin des Meeresgottes Poseidon und das Bildnis des Stifters zu erkennen. Später öffnet sich der Weg auf die antike Agora, also den Marktplatz, mit Resten von Säulenhallen und einem Tempel für den Fruchtbarkeitsgott Dionysos. Linker Hand folgen die Reste eines ptolemäisch-römischen Tempels und römischer Thermen. Der Weg endet nach etwa 800 m auf einer großen Felsterrasse, die in dorischer Zeit Zentrum des religiösen Kults zu Ehren des Gottes Apollon war. Bei den Feierlichkeiten tanzten nackte Jünglinge. Die Namen der schönsten unter ihnen haben Gläubige neben Namen verschiedener Götter in den Fels geritzt. Die ältesten dieser Graffiti stammen schon aus dem 7. Jh. v.Chr. An dieser Terrasse stand auch der Tempel des Apoll aus dem 6. Jh. v.Chr, von dem geringe Spuren erhalten blieben. In einer Grotte unterhalb der Terrasse wurden die Götter Hermes und Herakles verehrt. Wenn man sich auf dem Rückweg oberhalb des eben beschriebenen Weges hält, gelangt man noch zu den spärlichen Überresten des Palastes des ptolemäischen Statthalters.

 
 
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